Bildbearbeitung mit Photoshop
 

Mindestanforderung Computer/Hardware

Den richtigen Computer bzw. die Hardware für die Bildbearbeitung gibt es wahrscheinlich nicht. Es gibt viele Händler, die ihre Computer als Computer für Bildbearbeitung anbieten. Doch was ist an solchen Computern anders als an andere? Wichtig ist doch, was drin steckt. Um den Kauf eines Computers für die Bildbearbeitung zu erleichtern, möchte ich dir einige Tipps zur Hardware geben.

 

Erstmal wäre es wichtig zu wissen, ob ein Computer oder ein Notebook/Laptop besser für die Bildbearbeitung ist. Weiterhin solltest du dich mit der Hardware wie Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte, Grafikkarte und Hilfsmittel wie Grafiktablett beschäftigen.

 

Computer oder Notebook/Laptop?

Gleich vornweg: ein Computer ist fast immer besser als ein Notebook/Laptop. Warum? Die Hardware eines Laptops ist für den Einsatz ohne Stromanschluß entwickelt worden. Die Energie, die ein Laptop benutzt, kommt aus dem Akku. Da diese Stromquelle begrenzt ist, muß man alle Teile des Laptops so konstruieren, dass sie so wenig wie möglich Energie also Strom verbrauchen. Deshalb sind Laptops nicht so leistungsfähig wie Computer. Klar gibt es heutzutage schon ganz schnelle und gute Notebooks, aber die sind auch teuer.

Der entscheidende Nachteil eines Notebooks ist sein Display. Viele sind verspiegelt, zeigen die Farben nicht richtig an, man kann sie nicht richtig einstellen usw. Also wenn du richtig professionell Bilder bearbeiten möchtest, solltest du dir einen Computer kaufen. Ich bearbeite Bilder nie auf einem Notebook/Laptop, sondern nur auf einen PC.

 

Prozessor - CPU

Der Prozessor, auch CPU genannt, ist das Herzstück eines Computers. Er führt alle Rechenaufgaben durch. Bildbearbeitungsprogramme wie das Photoshop brauchen einen Prozessor, der schnell ist. Es gibt viele Filter in Bildbearbeitungsprogrammen, wo der Prozessor große Datenmengen zu berechnen hat.

Die Entwicklung der Kameras schreitet voran und die Auflösung wird immer höher. Das heißt: die Anzahl der Pixel pro Bild wird immer höher. Jedes Pixel muß der Prozessor berechnen. Heutige Kameras produzieren Bilder mit einer Auflösung von mehr als 10 MP (Megapixel). Diese 10 Millionen Pixel müssen in Bruchteilen von Sekunden berechnet oder umgewandelt werden. Wenn du also nicht ewig für die Bearbeitung eines Bildes warten willst, achte darauf, dass der Prozessor deines Computers möglichst schnell ist.

Es muß nicht der allerneueste Prozessor von Intel oder AMD sein, aber mit einem Computer, der eine Taktrate von unter 2 GHz sein Leben verbringt, brauchst du nicht anfangen. Es macht einfach keinen Spaß. Ich verwende für die Bildbearbeitung einen Intel Pentium IV Prozessor mit einer Taktrate von 3,4 GHz.

 

Arbeitsspeicher - RAM

Der Arbeitspeicher, auch RAM genannt, ist mit die wichtigste Hardware eines Computers für die Bildbearbeitung. Viele wissen es gar nicht, aber mit Arbeitspeicher kann man seinen Computer schneller machen. Der Arbeitsspeicher ist nicht zu verwechseln mit der Größe der Festplatte. Der Ram ist ein sehr schneller Speicher, der die Daten, also die Pixel eines Bildes, zur Verfügung stellt.

Photoshop muß das Bild nicht nur einmal im Arbeitsspeicher sichern, sondern mehrmals.

Beispiel: Ich mache mit meiner 8,2 MP-Kamera (Canon EOS 30D) ein Bild. Da ich in Rohdaten-Format fotografiere, hat das Bild eine Größe von 7,5 MB. Dieses bearbeite ich in Adobe Photoshop Lightroom und exportiere es im Tiff-Format zur weiteren Bearbeitung in Photoshop. Dieses Tiffbild hat jetzt eine Größe von 46,8 MB. Dieses bearbeite ich in Photoshop weiter und lege mehrere Ebenen an. Jede angelegte Ebene dieses Bild verbraucht nocheinmal 46,8 MB. Da sind schnell 200-300 MB verbraucht.

Wenn man jetzt bedenkt, dass jede Aktion in Photoshop auch rückgängig gemacht werden kann, muß diese auch nochmal im Arbeitsspeicher gesichert werden. Zu bedenken wäre noch, dass auch andere Programme im Hintergrund laufen und dass das Betriebssystem auch noch Speicher benötigt. Somit sind schnell einige hundert MB weg.

Computer unter 1000 MB (1 GB) Arbeitsspeicher sind für die Bildbearbeitung ungeeignet. Ich arbeite mit einem Arbeitsspeicher von 2 GB und bin so langsam an den Grenzen gestoßen. Hinzufügen muß ich noch, dass auf meinem Rechner das Betriebssystem Windows XP läuft.

 

Festplatte

Die Festplatte ist das Speichermedium, auf dem die Bilder gespeichert werden. Heutzutage sind Festplatten groß genug, um etliche Datenmengen an Bildern speichern zu können. Wer aber professionell fotografiert, sollte darüber nachdenken, dass diese Bilder archiviert werden müssen.

Ich mache fast jede Woche ein kostenloses Fotoshooting. Dabei entstehen etwa 300-500 Bilder. Diese Bilder speichere ich im Rohdatenformat Raw auf einer externen Festplatte, weil die interne nicht mehr ausreicht. Somit nutze ich auch eine externe Festplatte als Datensicherung. Bei durchschnittlich 400 Bildern und einer Dateigröße von 7 MB, sind das 2,8 GB pro Fotoshooting. Bei etwa 40 Fotoshootings pro Jahr, wäre das eine Speichermenge von 112 GB.

Die Festplatte in meinem Computer hat eine Speichergröße von 250 GB. Diese reicht gerade aus, um einige Bilder von Fotoshootings zu sichern. Der Hauptanteil meiner Bilder liegt auf einer externen 500 GB Festplatte.

Eine Festplatte für die Bildbearbeitung sollte vor allem groß und nicht die Langsamste sein. Über 250 GB Festplattenkapazität sollte sie auf jeden Fall haben. Für die Datensicherung empfehle ich unbedingt eine externe Festplatte.

 

Grafikkarte

Bei der Grafikkarte brauchst du dir nicht unbedingt große Sorgen machen. Die meisten Grafikkarten unterstützen 32 Bit Farbe, habe eine große Auflösung und auch der Speicher auf der Grafikkarte reicht für eine flüssige Bildbearbeitung.

Bei der Bildbearbeitung haben wir es mit stehenden und nicht mit bewegten Bildern zu tun. Somit muß die Grafikkarte auch nicht viel leisten. Wer denkt, der muß sich eine superflotte teure Grafikkarte einbauen, um Bilder bearbeiten zu können, der kann das gerne tun, aber notwenig ist es nicht.

Ich benutze für die Bildbearbeitung eine Grafikkarte ATI Radeon X1050 mit 128 MB Arbeitsspeicher. Nicht das neueste und beste Modell, aber für Bildbearbeitung ausreichend. Ich arbeite mit dieser Grafikkarte bei einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten in True Color (32 Bit Farbe) und 75 Hz. Natürlich ist das abhängig vom benutzen Monitor.

 

Grafiktablett

Ein Grafiktablett ist ein digitales Zeichenbrett. Dieses Hilfsmittel macht die Bildbearbeitung bedeutend einfacher. Man zeichnet mit einem Stift auf eine Fläche, ähnlich wie mit einem Stift auf einem Blatt Papier. Die Signale des Stiftes werden analog auf das Monitorbild übertragen. Da der Mensch besser mit einem Stift als mit der Maus arbeiten kann, wird die Bildbearbeitung insgesamt genauer.

Ich benutze ein Wacom Grafiktablett der Größe A6, um Bilder zu bearbeiten. Es gibt natürlich auch größere Grafiktabletts, aber mit einem kleinen arbeite ich aus dem Handgelenk und nicht mit dem ganzen Arm. Niemals mehr würde ich auf ein Grafiktablett verzichten, einfach professionelles arbeiten.

 

 

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